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Suchtverhalten

Stefan braucht sein tägliches Glas Wein, um nach dem Stress des Tages ruhiger zu werden. Anna kauft wahllos Gewand ein, wenn sie traurig ist, die Kleider hängen ungetragen in ihrem Schrank. Felix und Susanne schauen minütlich auf ihre Telefone, nützen jeden freien Moment um in den sozialen Medien zu kommentieren. Helga raucht zwei Schachteln Zigaretten am Tag, obwohl sie bereits schwere gesundheitliche Probleme hat. Max verbringt seine Nächte vor dem Computer, seine Freunde trifft er kaum mehr.

Der Begriff Sucht wurde lange mit Substanzen wie Alkohol, Drogen, Nikotin verbunden. Mittlerweile wird der Begriff auch auf Verhaltenssüchte wie z.B. Spielsucht, Kaufsucht, Technologiesüchte oder Sexsucht angewandt. Nicht jeder, der gerne ein Gläschen Wein trinkt, nicht jeder, der ein Smartphone verwendet, wird auch süchtig. Hinter den Ursachen für Süchte stehen komplexe psychische Vorgänge, die u.a. mit unserem inneren Belohnungssystem, fehlenden funktionierenden Beziehungen oder genetischer Veranlagung zusammenhängen.

Suchtkriterien (laut WHO)

  • Zwang zu konsumieren
  • Zwang zu konsumieren
  • Konsum wird erhöht für die gleiche Wirkung
  • Entzugserscheinungen bei weniger/keinem Konsum
  • Weitermachen trotz schädlicher Folgen
  • Vernachlässigen anderer Interessen
  • Kontrollverlust d.h. nicht mehr aufhören können, sobald man angefangen hat

Wenn mindestens drei dieser Kriterien über mehrere Monate gleichzeitig vorhanden sind, spricht man von Sucht.

Therapie

Je nach Sucht ambulanter oder stationärer Entzug, psychische Entwöhnung durch Änderung des Verhaltens und der Lebensumstände, Psychotherapie. Ohne abgeschlossene Behandlung ist die Rückfallquote sehr hoch. Nicht nur der oder die Abhängige leidet unter der Sucht, auch das familiäre Umfeld wird davon negativ beeinflusst. Für eine Entwöhnung ist daher auch das Miteinbeziehen des Umfelds wichtig.