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Wie kann ich als Helfende/r mir selbst helfen?

Wer schon einmal geflogen ist, kennt die wichtige Notfall-Anweisung der FlugbegleiterInnen für Passagiere mit Kindern: Wenn Unterdruck in der Kabine herrscht, sollen sich die Erwachsenen zuerst selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen und dann erst ihrem Kind. Das ist zunächst irritierend, aber lebenswichtig. Wie soll man jemand anderem helfen können, während man selbst mit den Kräften ringt?

Auch und gerade bei der „Ersten Hilfe für die Seele“ gilt dieser Grundsatz. Nur wer selbst auf seine Ressourcen achtet, wird in der Lage sein, anderen eine Stütze zu geben. Nur wer für sich selbst da ist, kann auch für andere da sein ohne sich zu verausgaben. Sich zuerst um sich selbst kümmern – das ist nicht egoistisch, sondern wichtig: Genau diese Selbstfür-sorge ist es, die stark macht und für Krisen wappnet.

Resilienz und Selbstfürsorge – was ist das?

Resilienz kommt von „resilire“, dem lateinischen Wort für „abprallen“ und steht für psychische Widerstandskraft, die hilft Krisen zu bewältigen. In sehr belastenden Situationen oder Krisen, an denen manche Menschen verzweifeln oder zerbrechen würden, geben resiliente Menschen nicht auf, sondern machen weiter.

Resilienz bekommt man einerseits durch die Kindheitsgeschichte und äußere Faktoren mit, man kann sie aber auch aktiv stärken. Wer Körper und Psyche Gutes tut, wappnet sich auch für Krisensituationen.

»Selbstfürsorge bedeutet, gut auf sich zu schauen und auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.«

Das kann auf körperlicher Ebene sein, genug zu essen und zu trinken und ausreichend zu schlafen. Auf sozialer Ebene bedeutet es, sich Auszeiten zu gönnen, auch einmal „Nein“ zu sagen und einen liebevollen Umgang mit sich zu pflegen.

So kann ich mich stärken

  • Ich behandle mich wie einen guten Freund /eine gute Freundin
  • Ich nehme mir Zeit für Bewegung und Natur
  • Ich pflege meine Hobbys
  • Ich treffe mich mit Freund/innen
  • Ich sage auch einmal „Nein“
  • Ich achte auf meine Gesundheit
  • Ich nehme mir Auszeiten im Alltag
  • Ich bin dankbar für das Gute in meinem Leben
  • Ich probiere etwas Neues aus
  • Ich habe einen positiven Blick in die Zukunft
  • Ich versuche zu genießen, zu lachen, zu entspannen
  • Ich achte auf meine Ressourcen

10 Schritte zur psychischen Gesundheit

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