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Ist Erste Hilfe für die Seele möglich – wie soll das gehen?

Die offene blutende Wunde eines/r Verletzten ist für Mitmenschen auf den ersten Blick erkennbar. Man weiß: Das Blut muss gestillt, die Rettung gerufen werden. Seelische Wunden sind oft nicht sofort sichtbar. Krisen entstehen auch schleichend, treten unregelmäßig auf und werden nicht selten von den Betroffenen vertuscht.

Ersthelfer haben bei einem Unfall oft Angst, etwas falsch zu machen. Mit psychischen Krisen konfrontiert zu sein kann ebenso verunsichern, Angst machen und an die eigenen Grenzen bringen. Aber: Erste Hilfe für die Seele kann man lernen. Man kann lernen, Krisen bei Mitmenschen zu erkennen, passend darauf zu reagieren und dabei die eigenen Ressourcen zu schützen.

Wie auch am Unfallort übernimmt der Ersthelfer / die Ersthelferin die Versorgung, bis die Rettung kommt. Bei der „Ersten Hilfe für die Seele“ ist es genau so: Die umsichtige Unterstützung von Mitmenschen ist entscheidend und oft lebenswichtig.

Aber: Für jede psychische Krise gibt es professionelle Hilfe, die in vielen Fällen dringend notwendig ist. Wenn Sie sich einer Situation nicht gewachsen fühlen, ist es besser sich Hilfe von außen zu holen.

Was kann ich als HelferIn bewirken?

Eine gelungene „Erstversorgung“

  • kann schlimmere Folgen  abfedern oder mindern
  • gibt den Betroffenen das Gefühl, nicht alleingelassen zu sein
  • ermutigt sie, sich nötigenfalls professionelle Hilfe zu suchen
  • gibt auch Ihnen als ErsthelferIn das Gefühl, nicht vor dem Problem versagt, sondern etwas getan zu haben

Erste Hilfe für die Seele kann so manche Folgeerkrankung einer Krise verhindern. Posttraumatische Belastungsstörungen nach Krisen können gemindert werden,
wenn Menschen Halt in ihrem Umfeld vorfinden. Auch Depressionen oder gefährliche Situationen wie Gewalthandlungen oder Suizid können durch rechtzeitiges Handeln verhindert werden.