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“Aufgeräumt” – 10 Mythen und Fakten zu Psychischen Erkrankungen

Viele Arbeitnehmer_innen sind aufgrund prekärer Arbeitsbedingungen von psychischen Erkrankungen betroffen. Die Coronakrise hat diesen Trend weiter verstärkt. Doch psychische Erkrankungen sind für viele noch immer ein Tabuthema. Die Kampagne #darüberredenwir räumt mit vorherrschenden Vorurteilen auf.

Personalmangel in Spitälern, Vereinsamung im Homeoffice, Dauerstress bei Paketzusteller_innen, Jobunsicherheit und vieles mehr. Corona legt den Finger in offene Wunden – immer mehr Menschen werden, auch durch die Arbeit, psychisch krank. Die politisch Verantwortlichen müssen endlich handeln und menschengerechte Arbeitsbedingungen für die Psyche schaffen. Das Thema psychische Erkrankungen muss enttabuisiert werden und mehr Aufklärung ist notwendig.

Die Kampagne #darüberredenwir der Psychosozialen Dienste Wien zeigt Mythen und Fakten zu psychischen Erkrankungen auf:

Mythos 1: „Das ist doch eh so selten. Das betrifft mich nicht.“

Fakt ist: Jede/r dritte Österreicher_in ist zumindest einmal im Leben von einer psychischen Krankheit bzw. einer psychischen Krise betroffen.

Mythos 2: „Psychische und körperliche Gesundheit haben nichts miteinander zu tun.“

Fakt ist: Beides hängt eng zusammen. Meist sind Menschen, die psychisch krank sind, auch körperlich krank. Über ein Drittel der körperlich kranken Menschen sind auch psychisch krank.

Mythos 3: „Nur schwache Menschen sind psychisch krank.“

Fakt ist: Psychische Gesundheit hängt nicht von Stärke oder Schwäche ab – jeder/jede kann psychisch erkranken.

Mythos 4: „Menschen mit psychischen Erkrankungen sind gefährlich.“

Fakt ist: Menschen mit psychischen Erkrankungen sind nicht öfter gewalttätig als andere Menschen – zu Gewalt kommt es nur sehr selten.

Mythos 5: „Psychische Krankheiten sind keine echten Krankheiten.“

Fakt ist: Psychische Erkrankungen sind so „echt“ wie andere Krankheiten und Betroffene brauchen eine Behandlung.

Mythos 6: „Eine psychische Erkrankung kann man selbst überwinden, wenn man nur will.“

Fakt ist: Eine psychische Erkrankung kann man nicht aussitzen, ebenso wenig wie einen Beinbruch. Eine Behandlung muss genauso selbstverständlich sein.

Mythos 7: „Frauen sind häufiger psychisch krank als Männer.“

Fakt ist: Männer sind von psychischen Erkrankungen fast genauso oft betroffen wie Frauen, sie äußern sich bei ihnen aber anders. Außerdem suchen Männer weniger oft Hilfe.

Mythos 8: „Eine psychische Krankheit hat man für immer.“

Fakt ist: Meist sind psychische Erkrankungen gut behandelbar – frühzeitige Hilfe und diese anzunehmen ist zentral.

Mythos 9: „Kinder und Jugendliche haben keine psychischen Erkrankungen.“

Fakt ist: Kinder und Jugendliche sind ebenso von psychischen Krankheiten betroffen wie Erwachsene – über die Hälfte der psychischen Erkrankungen beginnen im Teenageralter.

Mythos 10: „Man kann nicht helfen.“

Fakt ist: Jeder kann helfen! Oft reicht es, ein Gespräch zu beginnen und das Gefühl zu vermitteln, dass es okay ist, auch mal nicht okay zu sein.

Die Devise muss lauten:
Zuhören statt wegschauen, nachfragen statt urteilen, darüber reden statt schweigen!

Dieser Artikel erschien am 27. April 2022 im Magazin Gesunde Arbeit auf https://www.gesundearbeit.at/cms/V02/V02_0.a/1342658978734/home/mythen-und-fakten-zu-psychischen-erkrankungen